Das Netzwerk

Das Netzwerk zur Unterstützung der Kultur im Irak wurde im September 2006 im Anschluss an das Festival „Iraqi Theatre at home and away“ im Theaterhaus Berlin Mitte von irakischen und europäischen Partnern gegründet, um die kulturelle Entwicklung im Irak und den Austausch zwischen dem Irak und Europa, besonders im Bereich der darstellenden Künste zu unterstützen. Bisher wurden durch die Netzwerkarbeit über 60  Austauschprojekte realisiert.

Das Netzwerk wird gefördert durch die Kulturministerien der autonomen Region Kurdistan/Irak in Erbil und  der Republik Irak in Bagdad, von den Gouverneuren der irakischen Provinzen Erbil, Suleymania und Dohuk sowie durch Förderband e. V., Kulturinitiative Berlin, das Theaterhaus Berlin Mitte, das Theater Aufbau Kreuzberg und das I.O.-Theater e. V. aus Berlin. Es steht unter der Schirmherrschaft des Berliner Staatssekretärs für kulturelle Angelegenheiten, Tim Renner.

Nach 30 Jahren Diktatur und Krieg ist der irakische Staat auf dem Weg in eine offene demokratische Gesellschaft. Die Auseinandersetzung mit Verletzungen, Schuld und einer großen Vielfalt ethnischer Bevölkerungsgruppen ist dabei eine wesentliche kulturelle Aufgabe und Chance. Als eine Form des offenen gesellschaftlichen und interkulturellen Dialogs ist Theater ein besonders geeignetes Mittel. Die Projekte des Netzwerks sollen insbesondere junge irakische Künstler und Künstlerinnen ermutigen, ihre Identität, ihre Probleme und ihre Visionen zu formulieren. In Kooperation mit Künstlern, Hochschulen und Kulturverantwortlichen aus dem Irak und Deutschland finden seit 2006 regelmäßig Arbeits- und Theatertreffen, Workshops und Hospitanzen in beiden Ländern statt.

Auf irakischer Seite sind in das Netzwerk bisher u. a. Künstler, Studenten und Dozenten der Kunsthochschulen und Universitäten in Erbil, Bagdad, Dohuk und Suleymania, des Künstlerverbandes Suleymania, des Nationaltheaters in Bagdad, des Salar Ensembles in Erbil und des Kulturhauses in Dohuk einbezogen. Zu den deutschen Partnern gehören neben Förderband e. V., Theaterhaus Mitte und dem I.O.-Theater das Staatstheater Wiesbaden, das Theater Aufbau Kreuzberg, das Goethe-Institut und das Deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts.