Theatertreffen in Kurdistan/ Irak, 29. Juni – 6. Juli 2008

Im Juni wurden vier Inszenierungen von Ariel Dorfmanns „Der Tod und das Mädchen" in Kurdistan/ Irak gezeigt.  Ariel Dorfmanns Stück „Der Tod und das Mädchen“ behandelt die Begegnung einer jungen Frau mit einem Mann, in dem sie ihren Folterer wiederzuerkennen glaubt. Es setzt sich mit der Problematik auseinander, die Folgen von Gewalt und Terror zu verarbeiten.


I.O.-Theater Berlin
Paulina                  Antje Hobucher
Gerardo                 Christoph Unglaube
Doktor Mirando      Bernardus Manders
Inszenierung          Ihsan Othmann

Hochschule der Künste, Bagdad
Paulina                   Suha Taha
Gerardo                  Maimoon All-Khalidi
Doktor Miranda       Falah Ibrahim Daraji
Inszenierung           Haytham A. Ali

Shorashvan-Ensemble, Dohuk
Paulina                Kaval Sdqi
Gerardo               Masod Arif
Doktor Miranda    Ahmad Mashakhti u.a.
Inszenierung        Adil Hasan

Ulrike Düregger, Berlin
"Strahlendes Lächeln - überwundener Schmerz"
Soloperformance zu Ariel Dorfmanns „Der Tod und das Mädchen“

Bericht der deutschen Teilnehmer Antje Hobucher und Eduardo Fernández-Tenllado
„Das Festival – der eigentliche Grund unserer Reise – begann am 29. Juni mit einer Ausstellungseröffnung. Zwischen den Bildern von über 100 kurdischen Künstlern wurde das Stück in vier verschiedenen Inszenierungen in drei Sprachen ausgeführt: als Performance der österreichischen Künstlerin Ulrike Düregger, als Schauspiel vom Shorashvan-Ensemble Dohuk in kurdischer Sprache, vom Nationaltheater Bagdad in arabischer Sprache und vom I.-O.-Theater Berlin in deutscher Sprache.

Die Vorstellungen der Ensembles fanden an drei hintereinander folgenden Abenden statt und waren einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Nach jeder Vorstellung gab es ein Publikumsgespräch, das immer großen Zuspruch fand. Besonders die Rolle der Paulina Salas und die Interpretation durch die jeweilige Schauspielerin wurden breit und kontrovers diskutiert.

Das Echo war so enorm, so dass wir nach Abschluss des Theatertreffens vom Gouverneur der Stadt Sulaimaniyya zu einer Aufführung im dortigen Institut of Fine Arts eingeladen wurden.

In diese Region und ihre Menschen haben wir uns verliebt. Der Austausch über kulturelle Grenzen hinweg, kann dringend notwendige Brücken zwischen Ost und West schlagen und bereichert damit das Leben aller Beteiligten. Wir freuen uns deshalb auf weitere Treffen in Berlin und Erbil, im Herbst dieses Jahres. ..."
Antje C. Hobucher, Eduardo Fernández-Tenllado auf  Qantara.de 2008