Irakisch-deutsches Theatertreffen in Berlin, Oktober/November 2008

Warten auf Regen von Mithal Ghazi nach Motiven von Samuel Becketts "Warten auf Godot"
Ein Thema - vier Inszenierungen aus Bagdad, Berlin und Erbil
Uraufführung am 16. Oktober 2008 im Hans-Otto-Theater Potsdam, Reithalle A
Premieren im Oktober/November 2008 im Theaterhaus Mitte



Das 5-Personen Stück „Warten auf Regen“ transportiert Becketts „Warten auf Godot“ in die Jetztzeit: Während zwei aus dem Gefängnis entlassene irakische Männer durch die Wüste irren, begegnen ihnen zwei Frauen - eine amerikanische Offizierin und eine deutsche Söldnerin. Der berufliche und soziale Hintergrund der beiden Männer bleibt unerwähnt. Die Kommunikation ist erschwert, denn der eine ist Araber, der andere Kurde. Lediglich Sprache und Kultur verleihen ihnen eine rudimentäre Identität. Ähnlich wie bei Beckett können sie die Situation nicht verlassen. Das Auftreten der beiden Frauen im zweiten Akt unterstreicht die Unveränderlichkeit der Situation. Beide Paare sind sich ihrer auswegslosen Situation bewusst und hoffen dennoch. Araber und Kurde, Offizierin und Söldnerin glauben das jeweils anderen Paar könnte sie aus der Wüste retten. Ein Engel tritt auf. Immer wieder verspricht er beiden Paaren das Erscheinen eines angekündigten Retters. Dieser lässt aber auf sich warten, sein Kommen wird daher vom Engel fortlaufend verschoben. Das Stück zeigt die aktuelle Lebenssituation vieler Iraker auf tragisch-komische Weise. Ein Ausweg aus der gegenwärtigen Krise ist nicht leicht zu finden.
Koproduktion I.-O.-Theater/Hochschulen der Künste Bagdad und Dohuk
Regie: Ihsan Othmann
I.O.Theater Berlin
Regie: Veronica Nowag-Jones

Nationaltheater Bagdad
Regie: Al- Khalidi Maimoon Abdalhamza Hassun

Kulturhaus - Theater Erbil
Regie: Hamawandi Hiwa Souad