Rückblick und Ausblick

Die bedrückenden geopolitischen Entwicklungen und ihre katastrophalen Folgen für die Menschen im nahen und mittleren Osten haben verständlicherweise die Pläne und Projekte unseres Netzwerks im Jahr 2014 beeinflusst und verändert. Wir freuen uns, dass wir trotzdem zwei Gastspielproduktionen in Berlin zeigen, und dass eine deutsch-irakische Koproduktion in Bagdad realisiert werden konnte.

Aufgrund der katastrophalen humanitären Situation von Millionen Flüchtlingen und der außerordentlichen Belastung, die die Situation für die irakische und insbesondere die kurdische Bevölkerung mit sich bringt, haben wir im August entschieden, das "4. internationale Theaterfestival in Hawler", dem Regierungssitz der Autonomen Region Kurdistan / Irak abzusagen. Es wäre nicht vertretbar gewesen, die kurdischen Budgets mit der Einladung internationaler Gäste zu einem Theaterfestival zusätzlich zu belasten. Denn die Bewältigung der Notlage bringt die Autonome Region Kurdistan/ Irak ( und andere Regionen) an die Grenzen ihrer Möglichkeiten.

Deshalb hat das Netzwerk unter dem Projektitel "Warten auf Hoffnung" mit Spendenaktionen und einer Konferenz im "Haus der Kulturen der Welt" versucht, auf diese Notlage aufmerksam zu machen.

Als Partner haben wir die "Grünhelme"  ausgewählt, deren konkrete und umsetzungsorientierte Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen uns, auch aus eigener Anschauung, überzeugt hat.

Deshalb bitten wir weiterhin um Spenden auf das Konto der Grünhelme  !

Hier ein Link zu einem aktuellen Bericht (16.1.2015)

Wir danken allen Unterstützern, die unserem Spendenaufruf für Winterkleidung gefolgt sind.

Aktueller Hinweis:

Liebe Unterstützer, bitte spendet uns keine Winterkleidung mehr. Die nächste Transportmöglichkeit wird sich für uns voraussichtlich im März ergeben. Weiterhin wird es Bedarf an Decken geben, aber die Temperaturen in den Regionen mit Flüchtlingscamps werden wieder steigen. Dann werden die Flüchtlinge Übergangs- und Sommerbekleidung benötigen! Das TAK hat derzeit keine Lagermöglichkeiten mehr. Wenn Ihr Kleiderspenden habt, bringt sie bitte nur ins Theaterhaus Berlin.

 

 

Kinder im FlüchtlingscampIm Dezember konnten 1000 Kilogramm Winterkleidung in Flüchtlingscamps der Region Dohuk im Nordwesten der autonomen Region ausgeliefert werden. Nicole Otte und Irene Bry begleiteten den Transport. Dabei besuchten sie ein Camp, in dem die Grünhelme gemeinsam mit den Flüchtlingen bereits die nötigsten Infrastrukturverbesserungen realisieren konnten. Sie besuchten mit der Hilfslieferung aber auch ein zweites Camp, in dem noch überhaupt keine weiteren Strukturmaßnahmen getroffen werden konnten. Durch den Besuch ist möglich geworden, dass die Grünhelme in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultur und Jugend in diesem Camp tätig werden. Ein Link zur Fotodokumentation dieser Aktionen findet sich  HIER .

 

Während dieses Besuchs entstand die Grundlage für ein weiteres Projekt.

Es waren die Mitarbeiter der Grünhelme, die darauf hinwiesen, dass, so unbedingt überlebensnotwendig die Geldspenden und Sachmittel für  die Menschen in den Camps - vorwiegend Frauen und Kinder - sind, der Mangel an sinnlicher, geistiger, kultureller "Nahrung" für die vielfach traumatisierten Flüchtlinge ein zermürbendes und längerfristig fatales Problem ist.

Deshalb bereiten wir ein Austauschprogramm vor, bei dem geeignete Künstler und Spezialisten im Frühjahr mit den Flüchtlingen in Projekten und Workshops arbeiten werden, um zumindest einmal wieder etwas anderes als den Campalltag zu erleben und dem "Warten auf Hoffnung" vielleicht den einen oder anderen Lichtschimmer am Horizont zu ermöglichen.

CB